Presseberichte - Hundesportverein Chemnitz/Borna

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Presseberichte

Aktuelles

Vor dem Gehorsam kommt das Vertrauen

Hundesportverein Borna legt auf Miteinander von Mensch und Vierbeiner besonderen Wert - Angebote von Welpenstunde bis Turnierhundesport


In: FreiePresse, Chemnitzer Zeitung vom 14.08.2006 von Matthias Schmid


In den fünf Jahrzehnten ist eines gleich geblieben im Hundesportverein am Ende der Friedrich-Schlöffel-Straße: "Bei uns ist jeder willkommen, ganz gleich, wie alt er oder sie ist, ob der Hund reinrassig oder Mischling ist - jeder kann mitmachen, wenn er unseren Umgang mit den Tieren akzeptiert", erklärt Jörg Cramer. In ihren verschiedenen Gruppen herrscht denn auch ein Prinzip vor, das sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit zieht. "Wir sehen das Verhältnis zwischen Hund und Mensch immer als ein Miteinander. Wenn der Mensch versteht,        
wie sein Hund reagiert, dann kann er auch mit ihm                      Für den Schnappschuß haben diese Mitglieder des
umgehen und ihn führen. Wir arbeiten lieber mit Belohnung,         Hundesportverein eine Trainingspause eingelegt.
als mit Strafe. Ein Hund, der seinem Führer vertraut, gehorcht       
Foto: Andreas Seidel
ihm auch", nennt der 41-Jährige die Grundsätze.

Damit kommen sie so ziemlich allen Hundebesitzern entgegen: Außer jenen, die ihren Hund "scharf" machen wollen, findet hier der blutige Anfänger ebenso Rat und Hilfe, wie der erfahrene Hundeführer, der mit seinem Vierbeiner Sport treiben oder die Prüfung zum Begleit- oder Schutzhund ablegen will. "Wir haben verschiedene Gruppen. Neben der Welpenspiel- und Junghundstunde gibt es eine Basisausbildung, eine 'Just for Fun'- und zwei Turnierhundesport-Gruppen", erklärt Cramer. Eine Gruppe baut auf die andere auf. In der Basisausbildung spielen die grundlegenden Regeln eine wichtige Rolle. Hund und Mensch lernen, miteinander klarzukommen. "Der Hundeführer kann bei uns auf dem Platz lernen, das Verhalten seines Hundes richtig einzuschätzen, seine Körpersprache richtig zu deuten", verdeutlicht Cramer.

So lernen beide: Der Hund an der Seite des Menschen zu bleiben und der Mensch für seinen Hund richtig da zu sein. "Daran schließt sich die 'Fit for Fun Gruppe', in der sich jeder mit seinem Hund bewegen kann - ohne Ambitionen, bei Wettkämpfen anzutreten. Das geschieht dann in den beiden Sportgruppen", erklärt Michael Glasow. Er ist seit drei Jahren im Verein, hat verschiedene Prüfungen zum Ausbilder abgelegt und kann nach seinem 18. Geburtstag nun allein die Gruppen leiten. "Im Turnierhundesport gibt es mehrere Disziplinen. Neben 2000- und 5000-Meter-Läufen, bei denen der Hund an der Leine mitläuft, gibt es den Vierkampf mit Gehorsamsprüfung, Slalom - beide müssen synchron laufen - und Hindernislauf über verschiedene Geräte wie Hürde, Steilwand oder den Hoch- und Weitsprung", erklärt Glasow.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, seinen Hund zum Begleit- oder Schutzhund auszubilden. "Wichtig ist uns, dass der Hundeführer selbst mit seinem Tier arbeitet. Wir helfen ihm dabei", betont Jörg Cramer. Diese Unterstützung gilt von Anfang an. Schon wer über einen Hund nachdenkt, kann sich an den Verein wenden. "Wenn sich jemand einen Hund zulegen will, weiß er ja oft nicht, was er dabei beachten sollte. Welcher Hund passt zu mir, was kommt bei der Pflege auf mich zu? Eine solche Beratung kostet nichts und ist ohne jede Verpflichtung", so Cramer. Dann bietet sein Verein eine Welpenspielstunde an, "die zwar etwas kostet, aber keine Mitgliedschaft benötigt - Impfausweis und ein Versicherungsnachweis genügen", lädt Cramer ein. Infos auch unter Ruf 037324-829898  (ab 17:30 Uhr).


 

Paula verhilft Soziologie-Studenten zur Bestnote 1,0

Hundesport: HSV Chemnitz hat mit Labradoodle erfolgreiches "Maskottchen" in seinen Reihen - Kritik am System des Leinenzwangs

In: FreiePresse, Chemnitzer Zeitung vom 17.10.2009 von Frizzi Kaiser

Sie haben überhaupt kein Problem damit, auf den Hund gekommen zu sein. "Das Schöne am Hundesport ist, dass Tier und Mensch gemeinsam Spaß haben", erklärt Jenny Rau und spricht damit den knapp 40 Mitgliedern des Hundesportvereins (HSV) Chemnitz aus der Seele. Die 19-Jährige kam 2005 mit ihrem damals noch ungestümen Berner Sennenhund zum HSV nach Borna und hoffte auf Hilfe. "Es dauerte nicht lange, bis man erste Erfolge sah", so Jenny Rau. "Und im Oktober 2006 haben dann sogar die Begleithund-Prüfung bestanden.
               
Hundebesitzer erhalten auf der Anlage an Friedrich-Schlöffel-Straße jedoch nicht nur Unterstützung bei den Vorbereitungen auf die Gehorsamsprüfung."Die meisten Gäste kommen
zu uns in die Welpengruppe, um ihrem Hund Grundelemente wie 'Sitz' oder 'Platz'                  HSV-Ausbilder Michael Glasow
beizubringen", berichtet Michael Glasow, einer von fünf lizenzierten Ausbildern des                 krault Erfolgshündin Paula,
Vereins. Ist der Hund dann dem Welpenalter entwachsen, könnten Vierbeiner und                  während deren Besitzerin
Besitzer in die für ältere Hundegeeignete Gruppe "Fit for Fun" einsteigen oder auch für            Annette Neuerburg ihren
Wettkämpfe trainieren, fügt der  21-Jährige hinzu. Der Verein bemühe sich darum, Hund        "Neuzugang" Soffi, ebenfalls ein
und Halter möglichst viele Gelegenheiten zu bieten, um aktiv zu bleiben. Und das sei auch        Labradoodle, im Arm hält.
gut so, wie Glasow und seine Mitstreiter betonen. "Denn ein ausgelasteter Hund ist                  Foto: Andreas Seidel
weniger aggressiv und wird so gut wie nie zum 'Problemhund'", unterstreicht Annette
Neuerburg, die vor drei Jahren mit ihrer Hündin Paula zum HSV kam. Paula ist ein so genannter Labradoodle, eine für Allergiker geeignete Kreuzung aus Labrador und Pudel, und habe sich, so Neuerburg, im Laufe der Zeit zum "Maskottchen" des Vereins entwickelt.
Paula ist aber auch erfolgreich. So gehörte sie beim Peniger Hundesportturnier zu den besten Vierbeinern. Und dem
Soziologiestudenten Michael Glasow verhalf sie sogar zur Bestnote 1,0 in einer seiner letzten Prüfungen. "Paula hat sozusagen den direkten Sprung von der Welpengruppe an die Uni geschafft", scherzt Glasow. Im Rahmen der Prüfung habe man erklären müssen, was zu Problemen im Umgang mit Hunden führen und wie ausreichende Beschäftigung mit dem Tier diese Probleme lösen oder verhindern kann. Was halten Besitzer von ausgebildeten Hunden wie Paula vom generellen Leinenzwang der Stadt Chemnitz? "Grundsätzlich dagegen bin ich nicht", erklärt Annette Neuerburg, fügt jedoch hinzu, dass das jetzige System keinesfalls ausgereift sei. "Es sollte Ausnahmegenehmigungen für Hunde mit Begleithund-Prüfung geben." Außerdem sei es nahezu unmöglich, das Chemnitzer Regelwerk zu durchschauen, geschweige denn die wenigen Freilaufflächen, die häufig auch an stark befahrenen Straßen lägen, zu finden. "Hier muss sich definitiv etwas ändern", meint Neuerburg. Vor wenigen Tagen habe sie einen weiteren Labradoodle namens Soffi zu sich genommen. Auch die gerade einmal neun Wochen alte Hündin wird demnächst die Welpengruppe besuchen. Ob sie ebenfalls das Zeug für die "Universität" hat, muss sich aber erst noch zeigen.


06.05.2012
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü